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Tag vier und fünf - Arne und Arne entdecken Borneo

Aufgrund unvorhersehbarer Vorkommnisse am ersten Abend in Kota Kinabalu muss ich heute wohl oder übel ein paar Sätze im Block niederschreiben, da Arne noch immer nicht wirklich ansprechbar, geschweige denn zurechnungsfähig ist. Fünf Uhr morgens, der Wecker klingelt. Nach einer schnellen Dusche werden die letzten Dinge in unseren Rucksäcken verstaut, bevor wir aus unserem Loft auschecken. Kurzes Frühstück bei 7-eleven und eine 80MYR teure Taxifahrt später befinden wir uns schon am LCC Terminal (Low cost carrier Terminal) des Flughafens von Kuala Lumpur. Da es sich bei Air Asia eher um die asiatische Ryan Air Variante handelt können wir nicht wieder in den Genuß des neuen Terminals kommen und müssen stattdessen mit dem Fußvolk verkehren. Auf eine willkürliche Gepäckkontrolle folgt die Gewichtsoptimierung unserer Rücksäcke. Da einige Asiaten Air Asia Flüge missbrauchten um ihre Umzüge zu gestalten gibt es seit je her eine 15 kg Gepäckgrenze. Nach einigem Hin und Her hat es auch Herr Sievers geschafft seine unzähligen Shorts und Shirts im mittlerweile sieben Kilogramm schweren Handgepäck zu verstauen. Lowbudget Airline typisch müssen wir den Weg zum Flugzeug zu Fuß bestreiten, was sich anfühlt als würde man bei gefühlten 95 Grad auf dem Rollfeld gegrillt werden. Zweieinhalb Stunden und ein paar Blicke auf ein paar "ganz nette" Stewardessen später landen wir in Kota Kinabalu. Mit dem Taxi soll es Richtung Innenstadt gehen, wo wir uns auf die Suche nach einem Hostel machen möchten. Der Taxifahrer, jener welcher genau kein Wort Englisch spricht fährt uns mit seinem malaysischen Fahrstil Richtung City, er stoppt vor einem Gebäude welches gerade renoviert wird, woraufhin Arne anfängt ihm die Welt zu erklären. In geradezu kolerischer Art und Weise fängt Arne an ihm klar zu machen, dass wir uns an der falschen Ecke der Stadt befinden und er doch bitte zu sehen soll uns endlich am Hostel abzusetzen. Fünf U-Turns und 84 deutsche Schimpfwörter später stellt sich heraus, dass unser Taxifahrer, welcher mittlerweile ebenfalls mit den Nerven am Ende ist doch Recht hat und es unsere Hostel schlicht weg einfach nicht mehr gibt. Da helfen auch Aussagen wie: "Jetzt bin ich seit 30 Minuten hier und kenn mich schon besser aus als der Depp" nicht weiter... Mit dem genialen Reiseführer Loose in der Hand probieren wir wenigstens ein paar andere, der vorher sorgfältig anhand eines Punktesystems ausgewählten Unterkünfte zu finden, erfolglos. Long Story short..Arne läuft bei 35 Grad der Schweiß nur so von der Stirn und er befürchtet samt seines 21 kg Gepäcks umzukippen. Nach der ersten harten Auseinandersetzung in Kuala Lumpur folgt nun die zweite, die Nerven liegen blank, zumindest beim tättowierten Arne. What ever?! Dann endlich in der Summerlodge in einem netten zwei Zimmer private Room ohne Badezimmer eingecheckt und die Dusche geniéßen. Was dann folgt ist ein mix aus Stadtbesichtigung, Chinesischem essen genießen und brechreiz auf dem Fischmarkt zu unterdrücken..Zwischendurch ein schneller haircut beim malaysischen Friseur für mich, während Arne draußen Geld mit dem Hut einsammelt und die malain seine Tattoos bestaunen...doch der Abend sollte noch einiges mehr bieten... Zusammen mit Amy aus England, welche in Thailand lebt und drei deutschen Bekanntschaften von Arne gibt es nun erst einmal ein paar Bier in der "Beach Street" direkt vor unserem Hostel. Da wir beziehungsweise Arne den Hals mal wieder nicht voll genug bekommen können geht es für einen "kurzen" Abstecher zur Waterfront wo neben Bier noch unzählige Shots Absoult Apple Vodka warten. Den Rest kann man sich eigentlich denken.. Ich liege um 1.30 Uhr im Bett mit einem Gefühl im Magen als ob ich Arne in den nächsten 24 Stunden aus dem Knast holen müsste...dem zum Glück nicht so ist, denn Arne hat den Weg ins Bett gegen 3.30 Uhr selbst gefunden. Anyway, ich habe lecker Frühstück gegen 8.30 Uhr am nächsten Morgen, mache einen Trip zu Sapi Island auf welchem ich John aus Neuseeland, welcher in Soul lebt kennen lerne und Arne, tja Arne chillt den kompletten Tag im Bett und erholt sich von der anstrengenden Nacht. Sapi Island gehört zum Tunki Abdul Rahman Nationalpark und ist die zweitkleinste Insel vor Kota Kinabalu. Neben ein paar Schnorcheltrips gibt es vor allem viel Sonne und ein paar Bier bevor wir gegen 17 Uhr den Rückweg mit dem Speedboot antreten. Zurück in der Summerlodge rieche ich bereits im Flur, dass sich Arne noch im Bett befindet und probiert auszunüchtern... wieder einmal erfolglos. Ausklang des Abends bei Drogen & Gambling Storys aus Südkora mit John.
17.7.09 19:51


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Bye bye Kuala Lumpur...

Nachdem wir an den vergangenen Tagen doch recht früh begonnen haben die Stadt zu erkunden, schlafen wir heute erst einmal richtig aus. Um kurz nach zehn bekomme ich einen Tritt in die Seite und wache auf. Arne schläft noch. Obwohl ich nur wenige Stunden geschlafen habe bin ich eigentlich topfit. Ich ziehe mir etwas an und starte mit einer Zigarette vorm Hostel in den Tag. Der Plan für heute: Die Batu Caves. Eine fünfzehn Kilometer entfernte "Höhlenlandschaft". Touristenattraktion? Must-See? Wir werden sehen. Gegen Mittag suchen wir uns ein Taxi. Vorher noch ein paar Snacks im anliegenden 7Eleven-Store - Schokocrossaints für mich, Bockwurst (schöne Grüsse an dieser Stelle / boli me kurac) in Blätterteig für Arne. Laut Reiseführer sind 15MYR für die Strecke fair. Wir finden einen Taxifahrer der bereit ist uns für 20MYR (4Euro) zu fahren. Der Taxifahrer - ein sympathischer, in die Jahre gekommener Inder - erzählt uns viele interessante Dinge über die Politik und über das Land an sich. Es macht Spaß ihm zuzuhören, er erzählt von indischen Gastarbeitern der Generation seines Vaters, über die Unterdrückung von Christen und Buddhisten im eigenen Land, korrupten Politikern und vom niedrigen Lebensstandart in seiner Heimat. Alles in allem eine ehrliche Haut. Während er sich tierisch über die Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer aufregt und dies uns gegenüber auch ungebremst zum Ausdruck bringt fährt er sich selbst und somit auch uns im Gedrängel der Grossstadt fast zweimal vom feinsten über den Haufen. Am Ziel angekommen stellen wir schnell fest, dass es sich eher um eine reine Tourifalle als um eine echte Sehenswürdigkeit handelt. Das einzig Beeindruckende ist die goldene, im Jahre 2006 fertiggestellte, ca. 50m hohe Buddhafigur am Anfang des riesigen Felsens. Warm. Schwül. Drückend. 280 Stufen liegen vor uns. Es sieht aus wie eine steile Skispringerschanze - nur eben mit Stufen. Die einzelnen Stufen sind mit Zahlen versehen. Ich mach noch schnell meine Zigarette aus und los geht's. Bereits bei Stufe 30 bereue ich meinen allmorgendlichen Tabakkonsum und pausiere das erste Mal. 38 Grad. Kreislauf. Arne feiert. Weiter geht's. Bei Stufe 80 sehen wir die ersten freilebenden Affen. Als würden sie den ganzen Tag nichts anderes machen leeren sie die von Touristen zurückgelassenen Getränkedosen. Oben angekommen brauch ich erstmal eine Pause. Ich fühle mich wie frisch geduscht - nur halt ohne frisch. Links und rechts der Gänge liegt Müll. Wir beobachten die Affen, machen ein paar Fotos und schauen zu wie einige Touristen die Affen mit Erdnüssen füttern. Amis. Kein Spektakel, aber man muss ja alles mal gesehen haben. Unten angekommen finden wir schnell ein Taxi. Für 35 will er uns zurück in die Stadt fahren. Wollen uns hier eigentlich alle nur verarschen? Er bekommt 20. Ein Vollidiot erster Klasse. Firefly, Party hier Party dort, 80MYR und er ist für den Rest des Tages unser Chauffeur. Er redet sich den Mund fusselig, wir verstehen nur Bahnhof. Schließlich bringt er uns zur National Mosque, eine der grössten Moscheen Asiens. Arne ist scharf drauf, ich will chillen. Er bekommt einen grossen, in dunklem Lila gehaltenen Umhang und betritt als muslimische Frau verkleidet die Moschee. Auf einer Parkbank auf der anderen Strassenseite feiere ich mich mal wieder selbst und tropfe, mit den Schweißperlen die über meine Nasenspitze der Schwerkraft folgen, lustige Motive auf Seite 9 unseres Reiseführers. Da wir noch keine Unterkunft für die nächsten Tage gebucht haben, schauen wir uns - zurück im Hostel - gemeinsan einige Reiseberichte im Netz an und machen uns Gedanken über den Rest der Woche. In "unserer" Bar nebenan nehmen wir noch einige Biere und schlendern zwischen bunten Ständen und komischen Gestalten hindurch leicht angetrunken und verschwitzt ein letztes Mal zurück zum Hostel. Wir packen unseren Kram zusammen und fiebern voller Gottvertrauen in AirAsia dem nächsten Tag entgegen. Wecker um 5:30. Taxi um 6:00. Flug um 9:30 vom Kuala Lumpur International Airport. Ankunft auf der etwa 1.300 km entfernten Halbinsel Sabah gegen 12:00. Kota Kinabalu wir kommen.

15.7.09 19:22


Zweiter Tag...

Nach neun Stunden verdientem Schlaf klingelt um 8:15 der Wecker. Die Klimaanlage lief die ganze Nacht und tat ihren Dienst anscheinend doch - aus der Sauna ist eine astreine Kühlzelle geworden. Kurz duschen und ab gehts. Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten auf der Liste gehören die Petronas-Towers heute zu einem unserer Hauptziele. Wir bahnen uns vorbei an Bettlern und Bauarbeitern den Weg zur MonoRail. Unter einer kleinen Brücke neben einem fast ausgetrockneten Flussbett öffnet gerade unter der Smogwolke der frühmorgendlichen Rushhour ein kleiner Mann die Heckklappe seines rostigen Mitsubishi-Minibus hinter der seine Frau mit selbstgemachten Frühstücksspezialitäten wartet. Wir machen die Tüten nach Lust und Laune voll. Ich habe Donuts und mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen. Arne hat das gleiche und bekommt noch etwas auf Kosten des Hauses.. ähm.. des Busses dazu. Ein faustgrosses Stück Reis mit grünem Wackelpuddingdeckel. So sieht es zumindest aus - ich danke freundlich lächelnd aber bestimmt ab. Ein Foto mit dem Chef gibt es ebenfalls gratis. Für's Frühstück zahlen wir umgerechnet einen Euro und haben trotzdem noch das Gefühl beschissen worden zu sein - die Tüten der Frau vor uns waren doppelt so voll, und sie zahlte nur die Hälfte. Alles nur weil wir weiss sind. Who cares. Die ersten beiden Bahnen sind so überfüllt, dass wir Angst haben beim Zusteigen ernsthaft verletzt zu werden. Wir warten also auf die Dritte. Unbeschadet und dank der AirCondition erreichen wir mit 18 Grad Körpertemperatur fünf Stationen weiter und zwanzig Minuten später die Tower. Gross. Sehr gross. Wir machen ein paar lustige Fotos während wir uns mal wieder dem Abnehmen in Form von nicht zu enden wollendem Flüssigkeitsverlust über Gesicht, Achseln und Arschritze widmen. Es ist nicht einmal neun Uhr und schon höllisch warm. Wir gehen vorbei an ShoppingMalls deren Klimaanlagen stark wie Atomkraftwerke scheinen - bereits zwanzig Meter (!!!) vorm Eingang auf offener Strasse ist es angenehm kühl. Die Folgen von überhöhtem CO2-Ausstoß interessieren hier wohl niemanden - uns auch nich. Wir fahren über einige Rolltreppen hoch zur Kaufhaustoilette. Für umgerechnet fünf Cent gehen wir in gepflegtem Ambiente erst einmal so richtig schön ......... . Wie neu geboren geht's weiter, entlang einer Strasse die laut Reiseführer der absolute Hit sein soll. Eher One-Hit-Wonder. Gefälschte Fussballtrikots von fast alles europäischen Vereinen, Jogginghosen, Uhren, Louis Vuitton Handtaschen usw. - und alles für'n Appel und 'n Ei. Während Arne anhand des Reiseführers plötzlich feststellt, dass sich auf der anderen Strassenseite ein uralter Rotlichbezirk befindet, stehen wir bereits an der Ampel um die vierspurige Strasse zu überqueren. Wer hier an Reeperbahn-Feeling denkt liegt meilenweit daneben. Es stinkt wieder einmal bestialisch. Auf den Fusswegen der kleinen Seitenstrasse liegen Abfälle aller Art. Aller Art. Nutten sehen wir keine. Wollen wir auch nicht. Wir machen kehrt und nehmen Kurs auf den angrenzenden F(r)ischmarkt. Auf einer fussballfeldgrossen Fläche mit Zeltdächern die nur wenig Sonnenlicht durchlassen bekommt man alles geboten was irgendwie, irgendwo und irgendwann mal gelebt hat. Außer Menschen. Einer köpft frische Fische, ein Anderer teilt Kuhhufe in faustgrosse Stücke. Während ich bete, dass ich mit meinen FlipFlops in den Pfützen aus Wasser und diversen anderen Flüssigkeiten nicht ausrutsche und lang hinfalle, mache ich fleissig Fotos. Arne geht dicht hinter mir und filmt. Meine Füsse sind plitschnass. Geschafft. Auf dem Rückweg ins Hostel hole ich mir beim McDonalds nebenan noch schnell zwei Burger, dann machen wir einen Mittagsschlaf. Stunden später wachen wir wie gewohnt halb erfroren auf und machen uns auf den Weg zum für heute letzten Ziel - Kuala Lumpur Fernsehturm. Es ist 20 Uhr und stockdunkel. Ein paar Fotos in 280 Metern höhe, kurz noch eine rauchen, wie immer viel Wasser trinken und ab zum Taxistand. Wir wollen die TwinTowers noch einmal im Dunkeln sehen. Taxifahrer bezahlen und raus aus dem Taxi. Auf dem kurzen Fussmarsch zum Vorplatz der Tower spricht uns ein witziger kleiner Inder an. Sein Name ist Jack. Jack fragt ob wir Nutten auf unser Hotelzimmer bestellen möchten. Wir sagen ihm, dass wir kein Hotelzimmer haben und gehen weiter. Kurze Zeit später sitzen wir wieder in der kleinen Bar von gestern. Reis und Nudeln. Für jeden ein 660ml Tiger-Bier. Lecker. Zurück in der Sardinenbüchse von Zimmer wird uns klar, dass ein ganzer Tag Sightseeing bei fast 40 Grad echt anstrengend sein kann. Ich verabschiede mich bei einer Zigarette noch kurz von den Ratten und Kakerlaken vor unserem Hostel und freue mich auf den morgigen und letzten Tag in Kuala Lumpur. Gute Nacht.

14.7.09 20:29


Der erste Tag

Nach wochenlanger Vorfreude geht es am Sonntagvormittag endlich mit dem ICE von Hannover nach Frankfurt. In unserem Abteil kommen wir mit Kai ins Gespräch - oder besser gesagt - Kai mit uns. Kai ist Anfang 20 und Informatikstudent aus Oldenburg. Er selbst hält sich - wie er besonders zu betonen versucht - nicht für einen Nerd. Bereits nach zehn Minuten Unterhaltung sind wir beide vom Gegenteil überzeugt. Mein Fuss tut vom Hornissenstich von Freitagnacht immernoch höllisch weh. Er ist dick und fett geschwollen. In Frankfurt angekommen suchen wir zügig den Emirates-Schalter auf um uns möglichst schnell von den schweren Rucksäcken zu trennen. Erledigt. Wir warten hinter dem Sicherheits-Check mit ca. 356483 Indern, Chinesen, Thais und Japanern. Unsere Plätze im Flieger sind gut. Mehr Beinfreiheit als 95% der anderen Reisenden, aber trotzdem nicht die Notausgangplätze die wir uns erhofft hatten. Arschkarte. Nach diversen GinTonics, drei Hollywood-Blockbustern und etlichen Toilettengängen erreichen wir nach sieben Stunden unausgeschlafen Dubai. Krass. Gross. Teuer. Unnormal. In den schwarzen Bodenfliesen kann man sich förmlich spiegeln. Lichter. Chrom. Riesige Luxus-Werbeplakate. Turnhallengrosse LCD-Leinwände. Einfach unglaublich. Wir verlassen den Sicherheitsbereich und fragen den Emirates-Mitarbeiter im Scheichkostüm ob es möglich wäre den Flughafen trotz der kurzen Aufenthaltsdauer zu verlassen. Er kontrolliert unsere Pässe, schiebt sich - ohne auch nur eine Miene zu verziehen - ein "Welcome in Dubai" über die Lippen und lässt uns passieren. Zehn Meter weiter legen wir unser Handgepäck aufs Band und lassen es durchleuchten. Zweite Passkontrolle. Eine Frau - die aussieht als wäre sie der Bruder von Rainer Callmund mit schwarzem Umhang und dreimal so grossen Augenbrauen wie Bert aus der Sesamstrasse - nimmt meinen Pass, steckt ihn sich in ihre Kutte und winkt mich zu sich. Drogenkontrolle. Ich soll meinen Rucksack auf einen Tisch legen. Arne wird von ihr weggeschickt. Ich würde am liebsten einfach umkippen. Sie guckt mir mit ihrem übertrieben hässlichen Blick tief in die Augen, während sie meine Sachen bis ins Detail durchsucht. Sie fingert mit ihren hässlichen Fingern in den entlegensten Ecken meines Rucksacks herum und zerreibt sich die Staubkrümel zwischen ihren Wurstfingern. Natürlich wird sie nichts finden, trotzdem habe ich todesangst. "Drugs?"... "Alcohol?"... "Did u take any drugs before u come to Dubai?" Während meine 26 Jahre alte Pumpe auf Hochtouren arbeitet, antworte ich natürlich mit "Nein!" Endlich auf dem Weg zum Ausgang, als ein Flughafen-Mitarbeiter zum Dritten mal unsere Pässe kontrollieren will. Mittlerweile ist es 0 Uhr. Während ich innerhalb von fünf Minuten vorm Flughafen bei gefühlten 50 Grad hastig meine Zigarette rauche, ziehen Luxuskarossen mit rundum getönten Scheiben im Wert von mehreren Millionen Euros an mir vorbei. Wir schwitzen. Mit vier Stunden Verspätung landen wir um 18:nochwas ortszeit in Kuala Lumpur. Es ist heiss und wir sind nach 24 Stunden ohne Schlaf totmüde. Nach einer kurzen aber leidenschaftlichen Diskussion entscheiden wir uns für den Bus. Vierzig Minuten Fahrt für umgerechnet "einen Euro nochwas". Der Busfahrer scheint viel Spass an seiner Arbeit zu haben und gibt alles. Es wird nach Herzenslust links und rechts überholt. Und komischer Weise fährt er sogar schneller als die anderen Autos. Der Geruch im Bus erinnert mich irgendwie an die Umkleide im Eishockey-Trainigslager in Tschechien. Es stinkt bestialisch nach kaltem Schweiß. In Chinatown angekommen laufen wir wie durch einen Zufall direkt auf unser Hostel zu. Stayorange.com. Nachdem wir unseren Zimmerschlüssel bekommen haben, treffen wir im Treppenhaus nicht wie erwartet die ersten deutschen Backpacker - Nein - sondern Kakerlaken. Das Zimmer ist winzig, die Wände orange, das Bad sauber und die AirCondition funktionsfähig - was will man mehr für 8 Euro die Nacht. Wir entscheiden uns trotz der langen Zeit ohne Schlaf, nach einer Dusche noch für einen kleinen Erkundungsspaziergang durch Chinatown. Bei "Tiger-Bier" und gebraten Nudeln lassen wir den Abend ausklingeln, während wir schwitzend den Klängen des benachbarten Reggae-Clubs lauschen. Die Klimaanlage über unserem Bett scheint nicht zu funktionieren. Es ist heiss in dem orangen Zimmer ohne Fenster. Mir läuft der Schweiß ins Auge. Ich schlafe ein....
13.7.09 18:49





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