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Zweiter Tag...

Nach neun Stunden verdientem Schlaf klingelt um 8:15 der Wecker. Die Klimaanlage lief die ganze Nacht und tat ihren Dienst anscheinend doch - aus der Sauna ist eine astreine Kühlzelle geworden. Kurz duschen und ab gehts. Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten auf der Liste gehören die Petronas-Towers heute zu einem unserer Hauptziele. Wir bahnen uns vorbei an Bettlern und Bauarbeitern den Weg zur MonoRail. Unter einer kleinen Brücke neben einem fast ausgetrockneten Flussbett öffnet gerade unter der Smogwolke der frühmorgendlichen Rushhour ein kleiner Mann die Heckklappe seines rostigen Mitsubishi-Minibus hinter der seine Frau mit selbstgemachten Frühstücksspezialitäten wartet. Wir machen die Tüten nach Lust und Laune voll. Ich habe Donuts und mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen. Arne hat das gleiche und bekommt noch etwas auf Kosten des Hauses.. ähm.. des Busses dazu. Ein faustgrosses Stück Reis mit grünem Wackelpuddingdeckel. So sieht es zumindest aus - ich danke freundlich lächelnd aber bestimmt ab. Ein Foto mit dem Chef gibt es ebenfalls gratis. Für's Frühstück zahlen wir umgerechnet einen Euro und haben trotzdem noch das Gefühl beschissen worden zu sein - die Tüten der Frau vor uns waren doppelt so voll, und sie zahlte nur die Hälfte. Alles nur weil wir weiss sind. Who cares. Die ersten beiden Bahnen sind so überfüllt, dass wir Angst haben beim Zusteigen ernsthaft verletzt zu werden. Wir warten also auf die Dritte. Unbeschadet und dank der AirCondition erreichen wir mit 18 Grad Körpertemperatur fünf Stationen weiter und zwanzig Minuten später die Tower. Gross. Sehr gross. Wir machen ein paar lustige Fotos während wir uns mal wieder dem Abnehmen in Form von nicht zu enden wollendem Flüssigkeitsverlust über Gesicht, Achseln und Arschritze widmen. Es ist nicht einmal neun Uhr und schon höllisch warm. Wir gehen vorbei an ShoppingMalls deren Klimaanlagen stark wie Atomkraftwerke scheinen - bereits zwanzig Meter (!!!) vorm Eingang auf offener Strasse ist es angenehm kühl. Die Folgen von überhöhtem CO2-Ausstoß interessieren hier wohl niemanden - uns auch nich. Wir fahren über einige Rolltreppen hoch zur Kaufhaustoilette. Für umgerechnet fünf Cent gehen wir in gepflegtem Ambiente erst einmal so richtig schön ......... . Wie neu geboren geht's weiter, entlang einer Strasse die laut Reiseführer der absolute Hit sein soll. Eher One-Hit-Wonder. Gefälschte Fussballtrikots von fast alles europäischen Vereinen, Jogginghosen, Uhren, Louis Vuitton Handtaschen usw. - und alles für'n Appel und 'n Ei. Während Arne anhand des Reiseführers plötzlich feststellt, dass sich auf der anderen Strassenseite ein uralter Rotlichbezirk befindet, stehen wir bereits an der Ampel um die vierspurige Strasse zu überqueren. Wer hier an Reeperbahn-Feeling denkt liegt meilenweit daneben. Es stinkt wieder einmal bestialisch. Auf den Fusswegen der kleinen Seitenstrasse liegen Abfälle aller Art. Aller Art. Nutten sehen wir keine. Wollen wir auch nicht. Wir machen kehrt und nehmen Kurs auf den angrenzenden F(r)ischmarkt. Auf einer fussballfeldgrossen Fläche mit Zeltdächern die nur wenig Sonnenlicht durchlassen bekommt man alles geboten was irgendwie, irgendwo und irgendwann mal gelebt hat. Außer Menschen. Einer köpft frische Fische, ein Anderer teilt Kuhhufe in faustgrosse Stücke. Während ich bete, dass ich mit meinen FlipFlops in den Pfützen aus Wasser und diversen anderen Flüssigkeiten nicht ausrutsche und lang hinfalle, mache ich fleissig Fotos. Arne geht dicht hinter mir und filmt. Meine Füsse sind plitschnass. Geschafft. Auf dem Rückweg ins Hostel hole ich mir beim McDonalds nebenan noch schnell zwei Burger, dann machen wir einen Mittagsschlaf. Stunden später wachen wir wie gewohnt halb erfroren auf und machen uns auf den Weg zum für heute letzten Ziel - Kuala Lumpur Fernsehturm. Es ist 20 Uhr und stockdunkel. Ein paar Fotos in 280 Metern höhe, kurz noch eine rauchen, wie immer viel Wasser trinken und ab zum Taxistand. Wir wollen die TwinTowers noch einmal im Dunkeln sehen. Taxifahrer bezahlen und raus aus dem Taxi. Auf dem kurzen Fussmarsch zum Vorplatz der Tower spricht uns ein witziger kleiner Inder an. Sein Name ist Jack. Jack fragt ob wir Nutten auf unser Hotelzimmer bestellen möchten. Wir sagen ihm, dass wir kein Hotelzimmer haben und gehen weiter. Kurze Zeit später sitzen wir wieder in der kleinen Bar von gestern. Reis und Nudeln. Für jeden ein 660ml Tiger-Bier. Lecker. Zurück in der Sardinenbüchse von Zimmer wird uns klar, dass ein ganzer Tag Sightseeing bei fast 40 Grad echt anstrengend sein kann. Ich verabschiede mich bei einer Zigarette noch kurz von den Ratten und Kakerlaken vor unserem Hostel und freue mich auf den morgigen und letzten Tag in Kuala Lumpur. Gute Nacht.

14.7.09 20:29
 


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